Wilhelm Reich,(1897-1957)war ein psychoanalytischer Gesellschaftskritiker und der Begründer einer esoterischen Therapieform, der Orgon – Therapie aus der auch die Konstruktion des Orgonakkumulators hervorging.
Wilhelm Reich, dessen Orgon – Theorien grosse Kontroversen ausgelöst haben, war einer der genialsten und auch umstrittensten Forscher in unserem Jahrhundert. Wilhelm Reich war ein universeller Denker und ein begnadeter Beobachter. 1919 schloss er sich dem Kreis um Sigmund Freud an und veröffentlichte in jungen Jahren mehrere Artikel und Bücher zur Psychoanalyse. Ein zentraler Begriff bei Freud war die sogenannte Libido. Reich kam bei seinen Studien zum Schluss, dass die Libido eine real existierende Energie ist und nicht nur ein Gedankenmodell, wie für Freud und viele seiner späteren Anhänger. Lange vor Masters und Johnson untersuchte er den Orgasmus in klinischen Studien und erklärte ihn als eine elektrische Energieentladung. Reich postulierte, dass in einem gesunden, nicht neurotischen Menschen diese Entladung von unwillkürlichen Bewegungen begleitet sei; die freigesetzte Energie breite sich aus und durchströme jeden Körperteil. Er erkannte, dass der körperliche Ausdruck eines Menschen seiner psychischen Haltung entspricht. Seine Beobachtungen ergaben, dass die Hemmung, angstvolle, lustvolle und andere intensive Impulse auszudrücken, mit einer Funktionseinschränkung der Körpermuskulatur einhergeht. Er sprach von einem Muskelpanzer, der dem Charakterpanzer funktionell entspreche. Fortan konzentrierte er sich auf diese Spannungszustände in der Körpermuskulatur und entwickelte Techniken zur Lockerung des Muskelpanzers, um dadurch unterdrückte Emotionen freizusetzen. In Übereinstimmung mit der indischen Vorstellung von sieben Hauptenergiezentren (Chakren) erkannte Reich, dass die energetische Körperstruktur in sieben Segmente unterteilt werden kann; nicht klar ist, ob er mit jener indischen Theorie vertraut war.
Reichs Einfluss auf die humanistische Psychologie ist enorm. Nahezu alle Körpertherapien gehen direkt oder indirekt auf ihn zurück. Dazu gehören die Bioenergetik, die Biodynamik, die Biosynthese, die Core – Energetik und viele weitere mehr. Einige seiner Nachfolger gingen Konflikten und Anfeindungen aus dem Weg, indem sie sich nicht auf Reichs Energiebegriff beriefen und sich von seinen Orgontheorien distanzierten.
Reichs Weg führte in die biologische Forschung und zur Entdeckung der Energie, die er Orgon nannte. Aufgrund seiner Versuche schloss er, dass diese Energie überall im Kosmos vorhanden ist, eine Feststellung, die vor ihm schon Mesmer und Reichenbach getroffen hatten. Sein vergebliches Bemühen, die Energien durch spezifische Materialanordnungen zu isolieren, führten ihn zur Entwicklung des sogenannten Orgonakkumulators: eines Kastens, der auf der Innenseite mit Metall ausgekleidet ist und aus einer beliebigen Anzahl von abwechselnden Schichten aus organischem Material und Metall besteht. Je mehr alternierende Schichten ein solcher Akkumulator aufweist, umso stärker ist dessen Wirkung. Dabei muss lediglich darauf geachtet werden, dass als äusserste Schicht nichtmetallische Materie und als innerste Schicht Metall verwendet wird. Der Wirkungsmechanismus des Orgon – Akkumulator beruht laut Reich auf zwei Tatsachen:
1. Organische Stoffe jeder Art ziehen Orgon an sich und halten es fest.
2. Metallische Stoffe, vor allem Eisen, ziehen Orgon an, stossen es aber rasch wieder ab.
Reich und seine Mitarbeiter bauten Orgon – Akkumulatoren in verschiedenen Grössen und experimentierten mit unterschiedlichen Materialien. Sie kamen zum Schluss, dass die Materialanordnung für den Akkumulationseffekt verantwortlich ist.
Bei umfangreichen Versuchen mit dem Orgonakkumulator berichteten die Versuchspersonen von subjektiven Reaktionen, z.B. von einem Prickeln der Haut, der Anregung der Peristaltik und Wärmeempfindungen. Bei zu langem Aufenthalt stellten sich zudem Überladungserscheinungen wie Augenreizungen und Schlaflosigkeit ein. Objektiv messbar war ein Anstieg der Körperkerntemperatur nach dem Aufenthalt im Akkumulator. Dieser Effekt konnte in einer Doppelblindstudie mit einer gleich wärmeisolierten Attrappe bestätigt werden. Bei der Behandlung von Krebspatienten stellte Reich fest, dass die regelmäßige Anwendung des Orgonakkumulators in vielen Fällen zu einer Schrumpfung von Tumoren führte.
Bei der Anwendung energetischer Hilfsmittel, aber auch bei der Energieübertragung durch Heiler, können Probleme auf der emotionalen Ebene auftreten. Wenn chronisch verkrampfte oder gepanzerte Körperteile nach langer Zeit wieder von Energie durchströmt werden, werden dadurch auch die blockierten Emotionen frei, vor denen die Panzerung schätzte. Diese Blockierung erfüllte zur Zeit ihrer Entstehung den Zweck, die Psyche vor nicht verkraftbaren Emotionen zu schätzen. Daher ist der einfühlsame und kompetente therapeutische Umgang mit aufkommenden Ängsten bei allen tiefgreifenden energetischen Therapien so wichtig.
Es gibt mehrere Berichte über erfolgreiche medizinische Anwendungen von konzentrierter Orgonenergie. Heute werden oft lokal kleine Orgon – Akkumulatoren  Orgonkissen oder Orgonstäbe verwendet, die einfach zu handhaben sind . Sie eignen sich sehr gut zur lokalen Anwendung bei akuten Verbrennungen, zum Stoppen von Blutungen und zur gezielten Aktivierung geschwächter Körperregionen.
In seinen letzten Lebensjahren befasste sich Reich mit der Wechselwirkung von konzentrierter Orgonenergie mit radioaktiver Strahlung, der Wetterbeeinflussung durch die Anwendung von sogenannten Cloudbustern, der Biologie der Krebszelle, aber auch mit Versuchen, die motorische Kraft der Orgonenergie nutzbar zu machen.
Ende der vierziger Jahre begann in Amerika ein Feldzug gegen Reich und seine Theorien. Dieser gipfelte in einem Verbot der Food and Drug Administration, weiterhin Orgon – Akkumulatoren zu benutzen. Da Reich die Kompetenz des Gerichts in wissenschaftlichen Fragen anzweifelte, hielt er sich nicht an dessen Anordnungen und wurde 1956 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Orgonakkumulatoren wurden zerstört und sämtliche orgonomische Literatur in seinem Institut verbrannt. Wilhelm Reich starb im November 1957 im Gefängnis an Herzversagen.